Wirtschaftliche Entwicklung

Landwirtschaft

Für die Bewohner unseres Ortes ist die Landwirtschart zweifellos nicht mehr - wie in der Vergangenheit - die entscheidende Erwerbsquelle. Wenn wir bei unserer Datenerhebung recht gezählt haben, gibt es noch einen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb und elf Nebenerwerbsbetriebe. Dem stehen gegenüber fast 70 Einwohner, die ihren Lebenserwerb ausserhalb unseres Dorfes haben. Trotzdem sehen wir in der Frage "Wie entwickelt sich die Landwirtschaft in Moggast?" eine Schlüsselfrage, wenn nicht sogar die entscheidende Frage für die Entwicklung unseres Dorfes. Denn, wenn es nicht gelingt, in Moggast Landwirtschaft in nennenswertem Umfang zu erhalten, dann wird unser Dorf aufhören, ein Dorf zu sein, wie wir es kennen und schätzen. Ohne nennenswerte Landwirtschaft würde nicht nur die Gegend ihr Gesicht verändern, sondern auch die Siedlungs- und Sozialstruktur anders sein.

Landwirtschaft, gleich, ob als Haupt- oder Nebenerwerb betrieben, ist immer ortsgebunden. Wer seinen Lebensunterhalt nur als Arbeitnehmer mit unselbständiger Tätigkeit verdient, kann unschwer seinen Wohnort wechseln, kann dorthin ziehen, wo er vielleicht mehr verdient. Wenn er ein Haus gebaut oder gekauft hat, wird das Umziehen zwar etwas schwieriger, bleibt aber immer möglich, ohne dass sich an seinem Lebenszuschnitt wesentliches ändert. Anders sieht es für denjenigen aus, der Landwirtschaft betreibt sei es auch nur neben einem anderen Beruf. Ein Ortswechsel ist für ihn nur möglich, wenn er seinen Lebenszuschnitt völlig ändert, wenn er einen Beruf - sei es auch nur ein Nebenberuf - völlig aufgibt, wenn er also seinen Lebensstil weitgehend ändert.

Deshalb ist eine Gemeinschaft, die von landwirtschaftlichen Betrieben geprägt wird, beständiger, dauerhafter als eine Gemeinschaft, in der es Landwirtschaft nicht mehr gibt Und die Beziehungen zwischen Menschen sind anders, wenn ein Grossteil sich von Jugend auf kennt als wenn der Zufall sie irgendwann einmal zusammengewürfelt hat.

Und ausserdem: Landwirtschaft in unserer Gegend ist geprägt durch kleinräumige Strukturen, eine grosse Zahl kleinerer und mittlerer Betriebe mit differenzierter Produktion. Nur eine Landwirtschaft dieses Zuschnitts, ist in der Lage, die Vielfalt zu bewahren, die unsere Landschaft in der Fränkischen Schweiz auszeichnet. Je grösser ein Betrieb ist, desto mehr muss er zur Monokultur tendieren, und Monokultur bedeutet Monotonie der Landschaft. Es bedeutet Einsatz immer grösserer Maschinen und damit weniger Möglichkeit zur Pflege des Kleinräumigen.

Wir meinen: unser Dorf braucht weiterhin eine grössere Zahl kleinerer und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe, wie sie historisch entstanden sind und unser Dorf und seine landschaftliche Umgebung prägen.

Wie weit das gelingt, hängt natürlich sehr von der "grossen Politik" ab. Aber es gibt durchaus auch Dinge im örtlichen Bereich, die dazu beitragen können:

Wenn Strassen und Wege neu gestaltet werden, dann muss man daran denken, dass sie für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen geeignet sein müssen.

Wenn Baugebiete geplant und ausgewiesen werden, dann so, dass Konflikte mit der Landwirtschaft vermieden werden.

Gemeinschaftseinrichtungen, die auch kleinen Betrieben moderne Landwirtschaft ermöglichen, können gefördert und erhalten werden. Beispiele: Nachdem es immer schwieriger wird, Traktoren und landwirtschaftliches Gerät auf dem Hof zu reinigen, schlagen wir vor, an geeigneter Stelle im Ort einen Waschplatz herzurichten, der allen Einwohnern zur Verfügung steht. Ähnliches gilt für ein gemeinschaftliches Gerätehaus - das es ja in Form des alten Feuerwehrhauses teilweise schon gibt - und ist auch für andere Gemeinschaftseinrichtungen, Anlagen und Maschinen denkbar.

Wir haben im Arbeitskreis auch diskutiert, ob eine zentrale Heizungsanlage, etwa auf der Basis von Hackschnitzel-Abfallholz sinnvoll sein könnte. Das dürfte jedenfalls derzeit nicht aktuell sein. Trotzdem sollte diese Art der Verwertung von Abfallholz nicht aus dem Auge verloren werden. Denken Sie etwa an das Holz, das bei der Landschaftspflege, insbesondere der Pflege von Hecken und im Zusammenhang mit dem Obstbau anfällt.

Peter Zankl

FLURENTWICKLUNG